Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Vorbemerkung: Als Akkommodation bezeichnet man die Fähigkeit des jugendlichen Auges zum scharfen Sehen in der Nähe. Dazu zieht sich der hinter der Regenbogenhaut gelegene Ziliarmuskel zusammen, der über die Linsenaufhängebänder mit der Linse verbunden ist (Abbildung Schema Akkommodation). Durch das Zusammenziehen des Ziliarmuskels entspannen sich die Linsenaufhängebänder, und die Linse nimmt aufgrund ihrer Eigenelastizität eine stärker gewölbte Form an. Dadurch wird die Brechkraft der Linse stärker und nahe gelegene Objekte können scharf gesehen werden.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Akkommodationsfähigkeit ab, da die Linse starrer wird und sich beim Blick in die Nähe nicht mehr so gut krümmen kann. Dadurch kommt es etwa ab dem 40. Lebensjahr zur Alterssichtigkeit (griech. Presbyopie) oder Altersweitsichtigkeit . Im Volksmund heißt es dann „Die Arme werden länger“, da Alterssichtige beim Zeitungslesen die Arme weiter ausstrecken. Die Alterssichtigkeit, die etwa ab dem 40. Lebensjahr beginnt, nimmt im Laufe der Zeit immer mehr zu und erreicht ihr Maximum mit dem 55. - 60. Lebensjahr.

Korrektur der Alterssichtigkeit

1. Optische Korrektur (Lesebrille oder Mehrstärkenbrille)

Die Alterssichtigkeit wird in aller Regel optisch mit einer Lesebrille (Plusgläser) korrigiert oder – wenn gleichzeitig eine Kurz-, Weitsichtigkeit und/oder Hornhautverkrümmung vorliegt – mit einer Mehrstärkenbrille, d. h. Bifokal- oder Gleitsichtbrille (Fernbrille mit Nahzusatz). Die Korrektur mit bifokalen Kontaktlinsen ist prinzipiell möglich, wird aber nur selten angewandt.

2. Korrektur durch Multifokallinsen-Implantation

Außer einer Brillenkorrektur ist auch eine Multifokallinsen-Implantation bei Alterssichtigkeit prinzipiell möglich. Dabei wird die nicht mehr akkommodationsfähige eigene Linse gegen eine künstliche Multifokallinse ausgetauscht wird, mit der Sehen in unterschiedlichen Entfernungen möglich ist.