Fragen zur Staroperation

Wie ist die Sehschärfe nach der Operation? Muss ich nach der OP eine Brille tragen? Was muss ich nach der OP beachten?
Auf diese Fragen wird auf den Seiten "Ergebnisse der Staroperation" und "Verhalten nach der OP" eingegangen.

Welche Risiken & Komplikationsmöglichkeiten gibt es bei oder nach der Operation des Grauen Stars?

Bei sehr guten operierenden Augenärzten verlaufen ca. 98% der Operationen des Grauen Stars ohne nennenswerte Komplikationen. Dennoch bestehen auch hier Risiken und Komplikationsmöglichkeiten. Die wichtigsten sind: 

  • Eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Inneren der Hornhaut ist gehäuft nach Phakoemulsifikation harter Linsenkerne (fast immer nach wenigen Tagen vorüber);
  • gelegentlich Abschürfung (Erosio) der obersten Hornhautschicht (verheilt nach 2-3 Tagen);
  • manchmal Einriss der hinteren Linsenkapsel und Glaskörpervorfall (danach gelegentlich Implantation einer Vorderkammerlinse erforderlich oder sehr selten keine Linseneinpflanzung möglich);
  • äußerst selten Verbleiben eines Teils der getrübten Linse im Auge (evtl. Zweiteingriff notig);
  • heute nur selten (Literatur 26) Anstieg des Augendrucks nach der Operation (medikamentös meist leicht zu beherrschen);
  • gelegentlich erhöhte Blendempfindlichkeit, v. a. bei jüngeren Patienten;
  • selten bleibende Erweiterung oder Verziehung der Pupille nach instrumenteller Spreizung einer engen, medikamentös nicht erweiterbaren Pupille;
  • selten erforderlich ist ein Austausch der eingepflanzten Kunstlinse gegen eine neue Linse, z.B. wegen Verlagerung der Linse oder nicht exakter Linsenstärkenberechnung;
  • heute selten (Literatur 36) Netzhautablösung (Operation in Spezialklinik erforderlich) oder zystoides Makulaödem (Literatur 33) , d.h. Flüssigkeitsansammlung in der Makula (meist vorübergehend);
  • manchmal harmlose Bindehautblutung, sehr selten leichte Blutung in die vordere Augenkammer (meist nach wenigen Tagen aufgesaugt);
  • extrem selten (< 0,1%) schwere Blutungen in das Augeninnere oder Infektionen des Augeninneren; diese ernsten Komplikationen können zur Sehverschlechterung oder sogar zum Sehverlust führen.
  • Nach einer - von unseren operierenden Augenärzten kaum verwendeten - Betäubungsspritze können eintreten: selten eine Blutung hinter das Auge; manchmal Blutdruckanstieg, -abfall oder Herzrasen (v.a. bei Herzkranken); als extreme Rarität eine Bulbusperforation oder zentralnervöse Komplikationen (Literatur 6,15,21). Zur Sicherheit ist ein Anästhesie-Standby erforderlich.
  • Ein Nachstar - eine Trübung der hinteren Linsenkapsel, die zur Abstützung der Kunstlinse im Auge bleibt - kann Monate oder Jahre nach einer komplikationslosen Staroperation vorkommen (Literatur 35). Er ist harmlos, kann aber das Sehen verschlechtern. Nach einer kurzen ambulanten YAG-Laserbehandlung steigt die Sehschärfe fast immer wieder an.

Gibt es besondere Risiken & Komplikationsmöglichkeiten bei Premiumlinsen?

  • Bei asphärischen Linsen: nein.
  • Bei torischen Linsen: operative Nachjustierung (Drehung der Linse) in etwa 10-20% erforderlich wegen nicht exakter Position der Linsenachse.
  • Bei Multifokallinsen: leichte Verminderung des Kontrastsehens sowie Streulichtphänomene (Halos) in der Dämmerung und bei Dunkelheit; die oft als „Heiligenschein“ um Scheinwerfer oder Straßenlaternen herum beschriebenen Halos werden nach einer Eingewöhnungszeit meist nicht mehr als störend empfunden.
  • Bei multifokal-torischen Linsen: wie bei Multifokallinsen und torischen Linsen.

Wann bin ich zu alt für eine Operation des Grauen Stars?

Nie! Auch bei 100-Jährigen ist eine Operation noch sinnvoll, wenn der allgemeine körperliche Zustand es zulässt.

Wie lange ist die Haltbarkeit der neuen Linse?

Sie können ohne Weiteres von 30 Jahren ausgehen. Auch eine längere Haltbarkeit ist durchaus möglich.

Werden beide Augen an einem Tag operiert?

Nein. Von vorsichtigen Operateuren wird ein „Sicherheitsabstand“ zwischen der OP des ersten und zweiten Auges eingehalten.

Verläuft die Operation des zweiten Auges genauso wie die des ersten Auges?

Ja. Meistens sind beide Operationen fast gleich. Dennoch wird die OP des zweiten Auges von vielen Patienten subjektiv als „völlig anders" empfunden.

Ist die „Behandlung" des Grauen Stars mit Vitaminen sinnvoll?

Nein. Dies ist eine Außenseitermethode abseits der evidenzbasierten Augenheilkunde.

Ich bin Kassenpatient - werden die OP-Kosten von meiner Krankenkasse übernommen?

Ja. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen alle Kosten für die Operation des Grauen Stars, incl. hochwertiger Kunstlinsen. Lediglich bei Premiumlinsen ist eine Zuzahlung für die Mehrkosten erforderlich.

Ist bei einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) eine Staroperation sinnvoll?

Wenn ein fortgeschrittener Grauer Star vorliegt, ist eine Staroperation auch bei Makuladegeneration meistens sinnvoll - es sei denn, die AMD ist die mit Abstand führende Ursache für das schlechte Sehen. Allerdings dürfen Sie von der OP nur eine begrenzte Sehverbesserung erwarten.

Blaulichtfilterlinsen bieten einen zusätzlichen Netzhautschutz bei AMD, so dass wir diese Linsen bei AMD routinemäßig implantieren.

Bei gleichzeitigem Vorliegen eines Grauen Stars und einer feuchten Makuladegeneration führen wir manchmal einen kombinierten Eingriff durch, bestehend aus Staroperation plus Makulatherapie durch operative Medikamenteneingabe ins Auge.

Begünstigt die Staroperation das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration?

Nein. Siehe dazu folgende sorgfältige Studie: Risk of Advanced Age-Related Macular Degeneration after Cataract Surgery in the Age-Related Eye Disease Study. AREDS Report 25. Ophthalmology 116:297-303 (2009).

Was ist eigentlich ein Grüner Star (Glaukom)?

Beim Grünen Star ist der Augendruck erhöht. Fast immer kann der Augendruck mit drucksenkenden Augentropfen normalisiert werden. Eine Glaukom-OP ist selten nötig, relativ komplikationsträchtig (häufig Bildung eines Grauen Stars) und meist nur 1 - 3 Jahre wirksam.

Ich habe einen Grauen und einen Grünen Star - wie ist die Vorgehensweise?

Zuerst sollte nur der Graue Star operiert werden, denn danach bessert sich häufig auch der Grüne Star, d. h. der Augendruck wird niedriger! Ist dies nicht der Fall, helfen fast immer drucksenkende Tropfen. Eine zusätzliche OP des Grünen Stars ist fast nie erforderlich. 

Haben Sie noch weitere Fragen?

Wenn ja, können Sie diese gerne bei Ihrem Augenarzt oder bei der OP-Voruntersuchung bei uns stellen.

Bitte fordern Sie auch unser kostenloses Informationsmaterial über den Grauen Star an - telefonisch (06151) 40 66 17 oder über das Kontaktformular:

  • Patientenleitfaden "Die Operation des Grauen Stars" von Priv.-Doz. Dr. Hessemer 
  • Informationsbroschüre "Premiumlinsen bei Grauem Star" von Priv.-Doz. Dr. Hessemer