Die Operation in 2 Schritten

Staroperation
Video: Staroperation
Video: Staroperation

Die einzig wirksame Behandlungsmöglichkeit des Grauen Stars ist die Operation, die heute fast ausschließlich ambulant durchgeführt wird. Eine medikamentöse Behandlung, z.B. mit Vitaminen, ist nicht möglich! Die Operation des Grauen Stars (Staroperation) ist die in der gesamten Medizin am häufigsten durchgeführte Operation; sie wird jährlich weltweit bei Millionen von Patienten durchgeführt. Ursache ist die steigende Lebenserwartung und, daraus resultierend, die steigende Zahl von Patienten mit Altersstar.

Vorsicht: Das Live-Video rechts ist nicht geeignet für "zart besaitete" Personen.

OP-Mikroskop für Operation des Grauen Stars
OP-Mikroskop
OP-Mikroskop

Die Operation wird bei uns durch den Augenarzt Priv.-Doz. Dr. Volker Hessemer, die Augenärztin Dr. Silke Müller und die Augenärztin Dr. Theresa Blaukat durchgeführt. Sie arbeiten unter starker Vergrößerung durch ein OP-Mikroskop (Abbildung rechts). Zum Offenhalten des Auges während der OP wird ein Lidöffner eingesetzt, die Pupille wird vorher mit Augentropfen erweitert.

Die 2 Schritte der Staroperation sind
:

          1. Entfernung der getrübten Linse 
          2. Einpflanzung einer Kunstlinse

Starschnitt
Starschnitt
Phakoemulsifikation
Phakoemulsifikation

1. OP-Schritt: Entfernung der getrübten Linse

Mit einem Diamantmesser führt der operierende Augenarzt am seitlichen Rand der Hornhaut einen ca. 2 - 3 mm kleinen Starschnitt durch (Abbildung rechts). Dann wird eine visköse Flüssigkeit in das Auge injiziert, die als Schutz für die empfindlichen Strukturen des Augeninneren dient. Im Anschluss wird die vordere Linsenkapsel kreisrund entfernt (Kapsulorhexis). Danach wird über den Starschnitt eine Ultraschallsonde in das Auge eingeführt, und die getrübte Linse wird mit Ultraschall verflüssigt und abgesaugt – sog. Phakoemulsifikation. Die Abbildung rechts unten zeigt die seitlich ins Auge eingeführte Ultraschallsonde und ein OP-Häkchen (oben). Nach der Phakoemulsifikation bleibt von der Linse nur der hintere Teil der Linsenhülle – die sog. hintere Kapsel – stehen, um die im 2. Schritt der Operation einzusetzende Kunstlinse abzustützen.

Eine Entfernung der getrübten Linse mittels Laser (statt Ultraschall) ist prinzipiell ebenfalls möglich. Die Methode ist jedoch technisch nicht ausgereift und hat sich daher nicht durchgesetzt.

Hinterkammerlinse
Hinterkammerlinse
Faltlinse
Faltlinse
Implantation einer Faltlinse
Implantation einer Faltlinse

2. OP-Schritt: Einpflanzung einer Kunstlinse

Nach Entfernung der getrübten Linse wird vom operierenden Augenarzt eine Kunstlinse hinter der Pupille – in der hinteren Augenkammer – eingepflanzt (implantiert).

Eine solche Hinterkammerlinse (Abbildung rechts oben) besteht aus einem zentralen Scheibchen (Optik) und zwei seitlichen Bügeln zur Verankerung der Linse. Der Optik-Durchmesser beträgt ca. 6 mm, der Linsen-Gesamtdurchmesser ca. 13 mm. Die Kunstlinse muss nicht eingenäht werden – sie fixiert sich selbst durch die Eigenspannung ihrer elastischen Bügel und wächst später im Kapselsack fest. Um eine Kunstlinse mit den genannten Dimensionen durch einen kleinen Schnitt von nur 2 - 3 mm implantieren zu können, muss die Linse faltbar sein (Abbildung Mitte rechts), d.h. aus flexiblem Material bestehen (z.B. Acrylat oder Silikon).

Eine Faltlinse wird mit einem speziellen Instrument (Pinzette oder Injektor) gefaltet, im gefalteten Zustand in die hintere Augenkammer eingesetzt, wo sie sich sofort wieder entfaltet.  In der Abbildung rechts unten ist die Implantation mittels eines Injektors gezeigt. Nach Implantation einer Faltlinse ist keine Naht zum Verschluss des sehr kleinen Starschnitts erforderlich. 
 


Augenoperation Grauer Star:  (06151) 40 66 17 | Makulatherapie u. -sprechstunde:  (06151) 40 66 23
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Priv.-Doz. Dr. Hessemer Augenklinik – Martinspfad 72 / Am Marienhospital – 64285 Darmstadt