Fragen zur Staroperation
Wie ist die Sehschärfe nach der Operation? Muss ich nach der OP eine Brille tragen? Was muss ich nach der OP beachten?
Auf diese Fragen wird auf den Seiten "Ergebnisse der Staroperation" und "Verhalten nach der OP" eingegangen.
Wann bin ich zu alt für eine Operation des Grauen Stars?
Nie! Auch bei 100-Jährigen ist eine Operation noch sinnvoll und durchführbar, wenn der allgemeine körperliche Zustand es zulässt.
Wie lange ist die Haltbarkeit der neuen Linse?
Sie können ohne Weiteres von 30 Jahren ausgehen. Auch eine längere Haltbarkeit ist durchaus möglich.
Werden beide Augen an einem Tag operiert?
Nein. Selbst wenn beide Augen gleich stark vom Grauen Star betroffen sind, wird von vorsichtigen Operateuren ein „Sicherheitsabstand“ zwischen der OP des ersten und zweiten Auges eingehalten.
Verläuft die Operation des zweiten Auges genauso wie die des ersten Auges?
Ja. Meistens sind beide Operationen fast gleich. Dennoch wird die OP des zweiten Auges von vielen Patienten als "völlig anders" empfunden.
Ich bin Kassenpatient - werden die OP-Kosten von meiner Krankenkasse übernommen?
Ja. In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle Kosten für eine Operation an beiden Augen, incl. hochwertiger Kunstlinsen.
Ist bei einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) eine Staroperation sinnvoll?
Wenn die Makuladegeneration nicht extrem ausgeprägt ist, andererseits jedoch ein fortgeschrittener Grauer Star vorliegt, ist eine Operation sinnvoll. Allerdings dürfen Sie davon nur eine begrenzte Sehverbesserung erwarten. Es gibt Hinweise, dass Blaulichtfilterlinsen einen Schutz vor dem Fortschreiten einer AMD bieten, so dass wir diese Linsen bei AMD routinemäßig implantieren.
Begünstigt die Staroperation das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration?
Nein. Siehe dazu folgende sorgfältige Studie: Risk of Advanced Age-Related Macular Degeneration after Cataract Surgery in the Age-Related Eye Disease Study. AREDS Report 25. Ophthalmology 116:297-303 (2009)
Ist die "Behandlung" mit Vitaminen vor einer Staroperation sinnvoll?
Nein. Dies ist eine Außenseitermethode abseits der wissenschaftlich anerkannten Augenheilkunde.
Was ist eigentlich ein Grüner Star (Glaukom)?
Beim Grünen Star ist der Augendruck erhöht. Diese Erkrankung kann fast immer erfolgreich mit drucksenkenden Augentropfen durch Ihren Augenarzt behandelt werden. Eine Glaukom-OP ist selten erforderlich, zumal sie relativ komplikationsträchtig ist (z.B. häufig Bildung eines Grauesn Stars) und ihre Wirkung meist nur 1 - 3 Jahre anhält.
Ich habe einen Grauen und einen Grünen Star - wie ist die Vorgehensweise?
Zuerst sollte nur der Graue Star operiert werden, denn danach bessert sich häufig auch der Grüne Star, d.h. der Augendruck wird niedriger! Ist dies nicht der Fall, helfen fast immer drucksenkende Tropfen. Eine zusätzliche Glaukom-OP ist fast nie nötig. Ist sie unumgänglich, wird sie von uns mit neuester Technik durchgeführt.
Welche Komplikationen können bei und nach der Staroperation auftreten?
Bei sehr guten operierenden Augenärzten verlaufen ca. 98% der Operationen des Grauen Stars ohne nennenswerte Komplikationen. Dennoch bestehen auch hier Risiken und Komplikationsmöglichkeiten.
Die wichtigsten sind:
- Eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Inneren der Hornhaut ist gehäuft nach Phakoemulsifikation harter Linsenkerne (fast immer nach wenigen Tagen vorüber);
- gelegentlich Abschürfung (Erosio) der obersten Hornhautschicht (verheilt nach 2-3 Tagen);
- manchmal Einriss der hinteren Linsenkapsel (danach gelegentlich Implantation einer Vorderkammerlinse erforderlich oder sehr selten keine Linseneinpflanzung möglich);
- äußerst selten Verbleiben eines Teils der getrübten Linse im Auge (evtl. Zweiteingriff notig);
- heute nur selten (Literatur 26) Anstieg des Augendrucks nach der Operation (medikamentös meist leicht zu beherrschen);
- gelegentlich erhöhte Blendempfindlichkeit, v. a. bei jüngeren Patienten;
- selten bleibende Erweiterung oder Verziehung der Pupille nach instrumenteller Spreizung einer engen, medikamentös nicht erweiterbaren Pupille;
- heute sehr selten (Literatur 36) Netzhautablösung (Operation in Spezialklinik erforderlich) oder cystoides Makulaödem (Literatur 33) , d.h. Flüssigkeitsansammlung in der zentralen Netzhaut (meist vorübergehend);
- selten erforderlich ist ein Austausch der eingepflanzten Kunstlinse gegen eine neue Linse, z.B. wegen Verlagerung der Linse oder nicht exakter Linsenstärkenberechnung;
- manchmal harmlose Bindehautblutung, sehr selten leichte Blutung in die vordere Augenkammer (meist nach wenigen Tagen aufgesaugt);
- extrem selten (< 0,1%) schwere Blutungen in das Augeninnere oder Infektionen des Augeninneren; diese ernsten Komplikationen können zur Verschlechterung oder sogar zum Sehverlust führen.
- Nach einer - von unseren operierenden Augenärzten kaum verwendeten - Betäubungsspritze können eintreten: selten eine Blutung hinter das Auge; manchmal Blutdruckanstieg, -abfall oder Herzrasen (v.a. bei Herzkranken); als extreme Rarität eine Bulbusperforation oder zentralnervöse Komplikation (Literatur 6,15,21). Zur Sicherheit ist ein Anästhesie-Standby erforderlich.
- Ein Nachstar kann Monate oder sogar Jahre nach einer komplikationslosen Staroperation vorkommen (Literatur 34). Es handelt sich um eine Trübung der hinteren Linsenkapsel, die zur Kunstlinsenfixation im Auge verbleibt. Ein Nachstar ist harmlos, er kann jedoch zu einer Sehverschlechterung führen. In einem kurzen ambulanten Eingriff wird eine Laserbehandlung durchgeführt, nach der die Sehschärfe fast immer wieder ansteigt.


