Operationstechnik der intravitrealen Injektion
Die intravitreale Injektion – d.h. Injektion in den Glaskörper des Auges – ist ein nur wenige Minuten dauernder minimal-invasiver mikrochirurgischer Eingriff. Dieser wird bei uns durch die Augenärztin Dr. Theresa Blaukat und den Augenarzt Priv.-Doz. Dr. Hessemer im Operationssaal unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Zur Vorbereitung wird die Pupille medikamentös erweitert, und die Bindehaut wird mit Povidon-Jod desinfiziert. Zur örtlichen Betäubung werden lokalanästhetisch wirksame Augentropfen in das Auge eingeträufelt (Tropfanästhesie). Der Patient wird horizontal auf dem OP-Tisch gelagert, das zu behandelnde Auge wird mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Ein Lidöffner wird in die Lidspalte eingesetzt, um das Auge offen zu halten.
Der Eingriff erfolgt unter einem Operationsmikroskop bei mittlerer Vergrößerung. In einem Abstand von 3,5 cm hinter der Grenze von Hornhaut und Lederhaut (Limbus) wird das Medikament (siehe Intravitreal injizierte Medikamente bei feuchter AMD) mit einer sehr feinen Kanüle durch Bindehaut und Lederhaut hindurch in den Glaskörper injiziert (siehe Abbildung rechts oben). Die Injektionsöffnung ist so klein, dass sie sofort nach Entfernen der Nadel wieder dicht ist.
Im Anschluss an die intravitreale Injektion wird die Lichtscheinwahrnehmung geprüft. Danach wird für 2 Stunden ein antibiotischer Salbenverband angelegt.
Mögliche Komplikationen der intravitrealen Injektion: Es kann zu einem vorübergehenden Augendruckanstieg kommen, der aber gut behandelbar ist. Gelegentlich kommt es zu geringen Glaskörpertrübungen oder -blutungen oder kleinen Luftblasen. Außerordentlich selten sind bakterielle Entzündungen des Augeninneren, Blutungen, Gefäßverschlüsse, Verletzungen der Linse oder eine Netzhautablösung.
Nach der intravitrealen Injektion ist mindestens eine augenärztliche Nachuntersuchung in den ersten Tagen nach der Injektion erforderlich. Insbesondere bei Schmerzen, Sehverschlechterung oder zunehmender Rötung des Auges nach dem Eingriff ist sofort ein Augenarzt aufzusuchen.


